Bildhauerei

Wie es dazu kam, dass der Werkstoff Holz in meinem Leben eine besondere Rolle gespielt hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Sicher ist nur, dass ein alter Wagnermeister mit einer märchenhaften Werkstatt aus den Erinnerungsbildern meiner Bubenzeit nicht wegzudenken ist.
Die ersten, mit dem Taschenmesser geschnitzten Krippenfiguren entstanden wohl gegen Kriegsende im Luftschutzkeller.

Ziemlich früh kam schon die Erkenntnis, dass ein aus Holz geschnitzter Gegenstand, auch wenn er eine Figur darstellen soll, immer noch ein Stück Holz ist und bleiben wird.
Bei meinen Figuren geht es also thematisch immer irgendwie um Holz, um die Kräfte, die es formen oder in ihm stecken...  oder um das, was man sich in seiner Nähe vorstellt.

       
Masken   Lebenskräfte  

 

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Eichenbalkenmeditation      

 

 

Eichenbalken, vor vierhundert Jahren in ein Haus eingebaut und damals aus einem gut vierhundert Jahre alten Eichbaum herausgesägt oder mit dem Breitbeil herausgeschlagen, regen zum Meditieren an.
Immerhin haben die ältesten Teile dieser Holzklötze schon bestanden, als das Freiburger Münster noch gar nicht gebaut war und die Ritter noch in ihren eisernen Rüstungen durch die Wälder geritten sind. Sie haben die Pest und zahllose Kriege überlebt, Schatten gespendet, solange er noch Teile eines Baumes waren, haben Früchte getragen und damit Wildschweine ernährt und Generationen von Menschen und Tieren gesehen, ehe sie zu Balken wurde und jahrhundertelang geholfen haben, das Gerüst eines Hauses zusammenzuhalten.
Ist es abstrus, wenn der Bildhauer, dem solche Holzstücke in die Hände geraten, nachdenklich wird und sich an die Kräfte und Gestaltformen erinnert, aus denen die Holzklötze einst entstanden sind? An die Geister, die in dem alten Baum gewohnt haben mögen? Warum sollte sich nicht auch ein Stück Holz erinnern können, nur weil dieser Gedanke heutzutage als verrückt gilt?

 

Balkengnom   Maskenbaum  

 

 

Maskenbaum

 

       
Baumeule   Garteneule  

 

Garteneule