Divrigi, Begegnungen mit einer Moschee

von Traugott Wöhrlin

Der in der ostanatolischen Kleinstadt Divrigi um 1228 /29 entstandene Gebäudekomplex aus Freitagsmoschee und Spital für Geisteskranke ist vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Bauornamentik in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden.
Das Buch berichtet von drei Forschungsreisen zu dieser Moschee, die alle der Frage nachgingen, ob ein Zusammenhang zwischen dieser Reliefkunst und dem Sufitum, der in Anatolien besonders verbreiteten islamischen Mystik, besteht.
Die dabei entstandenen zahlreichen detailgenauen Bleistiftstudien illustrieren die Fragestellungen dieses Buches und haben Spezialisten wie die verstorbene Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel in Begeisterung versetzt.
Auch sie war der Meinung, dass es bei der in der islamischen Kunst einzigartigen Reliefplastik aus Divrigi um die bildnerische Umsetzung des mystischen Gedankengutes der Sufis geht, also um die Darstellung immaterieller Begriffe wie Liebe, Leben, Ordnung und Chaos, Verwandlung und Dauer, oder um das, was man als Mensch nicht wirklich begreifen und bestenfalls erahnen kann.
Die besondere Faszination dieser Sufi-Reliefkunst aus der Zeit der Rum-Seldschuken liegt darin, dass sie aus nichts anderem besteht als aus Variationen eines einzigen Elements: dem aus der Arabeskenornamentik entliehenen Gabelblatt.
 
Leider konnte das Buch bisher nur in türkischer Version veröffentlicht werden. In deutscher Fassung existiert es nur als Privatdruck.

Divrigi, Bir Cami ve Dar’üs-sifa ile Karsilasmalar“
Türkiye Is Bankasi, Ankara 1996
Übersetzer: Prof.Dr. Ahmet Mumcu



zurück zur Literaturliste